Willkommen im Coconut Kingdom

Ben Tre im Mekong Delta, die Heimat unserer Kokosnüsse

kokosnussernte
Kokosnussernte bei Y

 

 

OMG ist das schön hier. Wir sind jedes Mal aufs Neue begeistert, wenn wir im Mekong-Delta ankommen. Kokospalmen, Bananenstauden, Jackfruit-, Papaya- und Mangobäume, Sternfruchtsträucher und noch viel mehr Früchte, die wir teilweise nicht mal benennen können….dazu strahlender Sonnenschein, super freundliche Menschen und kaum ein Auto kreuzt unseren Weg. Welcome to the Coconut Kingdom!

Mit dem Roller durchs Mekong-Delta
Palmi - der Dienstroller

Wir sind mit unserem Dienstroller unterwegs, den wir liebevoll „Palmi“ nennen. Ein Meeting mit dem Abfüller steht an und wir werden herzlich am Eingangstor von unserer Ansprechpartnerin begrüßt. Die Security checkt unsere Pässe, dann dürfen wir passieren. 

Wir haben eine Menge Pläne und Ideen mitgebracht, wie wir die Prozesse noch weiter verbessern können. Einige sind lt. unserer Ansprechpartnerin kein Problem und können sofort umgesetzt werden, einige werden höflich abgelehnt. „Maybe“ als Antwort bedeutet in vietnamesischer Höflichkeit „Vergiss es!“. Trotzdem sind wir sehr zufrieden und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

Bevor wir die Produktion besichtigen dürfen, müssen wir zum „Healthy Check“. Die Betriebsärztin macht uns klar, dass Sie Fieber messen will. Das uns die gute Dame eben noch 20 Minuten in der prallen Sonne hat warten lassen, lässt mich befürchten, dass das Thermometer augenblicklich explodiert sobald es unter meine Arme geschoben wird. Aber nichts dergleichen passiert. 36,8 Grad lassen mich auf meinen Wärmeregulierungshaushalt Stolz sein. Ein paar kurze Fragen müssen wir noch beantworten, der Puls wird gemessen und dann bekommen wir das GO für den Besuch der Produktionsanlage. 

 

Wir sehen wie die Kokosnüsse per Schiff angeliefert werden und direkt die faserige Schale entfernt wird. Mit Tuktuks werden die Nüsse dann eine Halle weiter gebracht. Dort wird jede Nuss einzeln von einem Mitarbeiter angebohrt und mit der Öffnung nach unten in so eine Art Trichter gesteckt. Das Kokoswasser läuft raus und wird in einem großen Bottich gesammelt. Von da aus läuft es durch mehrere Filterprozesse bis auch der kleinste Fitzel Kokosfleisch oder -faser rausgefiltert wurde. 



Übrigens wird alles an und um die Kokosnuss weiterverarbeitet. Die Schalenfasern werden z.B. zu Fussabtretern, Katzenkratzbäume oder Dämmmaterial, die härtere Schale selbst wird zu Kokoskohle oder Müslischüsseln, das Fleisch wird zu Öl, Chips oder Kokosmilch weiterverarbeitet. So eine Palme wird nach ca. 40 Jahren gefällt, weil sie dann kaum noch Nüsse produziert. Aus dem Stamm wird von Möbeln, Baumaterial bis hin zu Essstäbchen alles hergestellt was man sich vorstellen kann. Mit den Palmwedeln werden Dächer gedeckt oder Besen hergestellt. So geht Multitasking!

Um zu den Pasteurisierung- und Abfüllanlagen zu kommen müssen wir uns Mundschutz, Haarnetz, Gummistiefel und einen Kittel anziehen. Letztere sind allerdings an zierliche Asiaten angepasst und Daniel kommt schon nur mit Mühe in die Ärmel rein. Dank ein paar Verrenkungen geht’s dann doch und wir betreten die Pasteurisierungsanlage. Auf den ersten Blick nicht besonders spannend. Drei große Behälter, die durch eine Menge Rohre verbunden sind. Um es kurz zu fassen: das Kokoswasser wird noch ein letztes Mal gefiltert, kurz erhitzt und sofort wieder runtergekühlt. Fertig! 

Über Rohre geht es weiter zu den Abfüllanlagen. Leider ist mittlerweile Mittagspause und alle Maschinen stehen dort still. Die ganze Halle ist wie ausgestorben. Auch in der Logistik- und Versandhalle ist keine Menschenseele zu sehen. Die nehmen die Mittagspause offensichtlich sehr ernst! Auch unsere Ansprechpartnerin ist offensichtlich hungrig denn Sie lädt uns zum Lunch ein. Da sagen wir nicht Nein! 

 

P.S. Für die Lebensmitteltechniker unter unseren Lesern: zum Zeitpunkt unseres Besuchs wurden gerade keine Glasflaschen befüllt.