Die Story vom eigenen Kokoswasser-StartUp!

Anna - "Was mich auf die Palme gebracht hat!"

 

Wie ich zu Palmensaft kam? Wieso ich so risikobereit war ein eigenes Unternehmen mit zu gründen?  Wie ich dazu kam, mich für meine/unsere Idee belächeln zu lassen? Und warum verdammt ausgerechnet Kokoswasser? Tja, dass  Risiko besteht eben, wenn man einen Freund voller verrückter Ideen hat. 

 

Kokoswasser habe ich auch vorher schon getrunken. Immer mal wieder aber nicht regelmäßig. Es gab nur eine Marke die mir schmeckte und die gab es nur bei einem bestimmten Getränkehandel, der nicht grad um die Ecke war.  Mein Freund spielte schon länger mit dem Gedanken sich noch ein eigenes Standbein aufzubauen.  Fand ich gut, aber so richtig ernst genommen habe ich die Gedankenspiele nicht. Gab ja noch gar kein Konzept geschweige denn ein Produkt. Aber er blieb hartnäckig und irgendwann fiel das Wort Kokoswasser. Ab da hatte er plötzlich meine Aufmerksamkeit. Und so kam der Stein ins Rollen. Täglich spinnten wir die Idee weiter. Wie könnten wir das Produkt nennen? Wer würde das kaufen? Wo bekommen wir Kokoswasser her, dass unseren Ansprüchen entspricht? Was muss man bei einem Lebensmittel beachten? Aber ich muss zugeben, ich hätte nicht gedacht, dass wir tatsächlich irgendwann Nägel mit Köpfen machen. 

 

Gesucht - Gefunden: Anna auf der Suche nach dem besten Kokoswasser Südostasiens
Gesucht - Gefunden: Anna auf der Suche nach dem besten Kokoswasser Südostasiens

 

 

Dann kam der Urlaub im Dezember 2015 in Vietnam. Geplant war eine dreiwöchige Tour mit dem Rucksack durch Vietnam. Kurz vor Abflug eröffnete Daniel mir, dass er einen Termin mit einem Abfüller von Kokoswasser gemacht hatte.  Die würden uns vom Hotel abholen und zu einem Treffen in die Firma fahren. 

Echt jetzt? In unserem Urlaub arbeiten? Na gut, aber nur für einen Tag…und interessant wär´s ja schon. Oh Gott, dann muss ich ja ordentliche Kleidung mitnehmen! Woher wissen wir, dass die uns nicht ausrauben und uns in irgendeinem Vorort aussetzen? Ihr seht, mein Freund ist da eher offen, ich eher misstrauisch. Dann war es so weit. Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft (man muss dazu sagen, dass war das erste Mal in Asien für uns beide) wurden wir an unserem Hotel abgeholt. Ich war irritiert aber auch fasziniert. Von den Menschenmassen. Von dem Lärm. Von den Schwadronen von Motorrollern.  Von der Hitze. Von der Fahrweise unseres Chauffeurs.

Die Fahrt dauerte fast eine  Stunde. Raus an den Stadtrand in ein Industriegebiet, in eine andere Welt. Fast keine Menschen auf den Straßen. Alles sauber. Unser Fahrer musste sogar an einer Schranke halten bleiben und sich ausweisen bevor er auf das Firmengelände fahren durfte. OK, ich war beeindruckt und auch ein bisschen beruhigt. Wir wurden von unserer Ansprechpartnerin Candy (die Asiaten geben sich selbst „westliche“ Namen weil wir die echten Namen eh nicht aussprechen könnten), mit der wir auch den Termin vereinbart hatten, an der Pforte abgeholt und begrüßt.  Nach einem kurzen Kennenlernen und Smaltalk wurden uns die verschiedenen Produkte vorgestellt aber wir hatten uns gleich auf das Kokoswasser eingeschossen. Ich muss an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt die ganze Sache immer noch als „Wunschgedanken“ oder „Spinnerei“ gesehen habe. Ich hatte echt nicht realisiert, dass ich eigentlich schon mitten drin stecke.

 

Und dann kam die Verkostung. Candy stellte uns wenig spektakuläre Pappbecher und noch weniger spektakuläre Dosen auf den Tisch. Jede Dose enthielt zwar reines Kokoswasser aber mit unterschiedlichen Brixwerten. Sie schenke ein, ich nahm den ersten Schluck. 

Scheisse. War. Das. Geil!

So und ab dem Punkt war ich überzeugt. Von der Idee. Von dem Produkt. Von Daniel und mir als Geschäftspartner.  Hatte ich mich vorher etwas zurück gehalten und meinem Freund das Gespräch überlassen, bombardierte ich Candy mit Fragen über Produkt, Design, die Verpackung, Produktionszeiten usw. Candy schenkte immer wieder nach. Ich trank immer wieder aus. Es war einfach zu lecker. Dann musste ich pinkeln. Es kam zu meiner ersten Begegnung mit einer asiatischen Toilette. Aber das ist eine andere Geschichte. 

 

Anna von Palmensaft