Das eigene Kokoswasser StartUp!

Daniel - "Wie ich auf die Palme gekommen bin"

 9:30 Uhr 3.12.2015

Ich sitze auf dem Rücksitz eines Autos im chaotischen Verkehr vom Ho Chi Minh City. Um uns herum nur Roller… fast jeder überladen. Der neben uns transportiert 10 Säcke Zement, ein anderer eine ganze Sippschaft….das ist also Asien. Ich schaue auf meine verwaschene Chino-Hose und denke „Ob man so zu einen Geschäftstermin gehen kann?“ Der Fahrer holte uns direkt vom Hotel ab. Guter Service, obwohl wir noch gar keine Ware abgenommen haben. Anna, meine Freundin, sitzt neben mir. Sie ist eingepennt, der Jetlag hat zugeschlagen. Naja, in Deutschland ist es schließlich erst 3:30 Uhr in der Nacht und wir sind grade mal vor gut zwölf Stunden in Ho Chi Minh City/Vietnam gelandet. Unser großer Jahresurlaub. Dreieinhalb Wochen Vietnam, die Vorfreude ist riesig! Aber jetzt dreht sich erst einmal alles nur um eins: Kokoswasser! Darum kreisen meine Gedanken seit Monaten.

 

Vielleicht sollte ich mit der Geschichte etwas früher anfangen.

 

Das perfekte Kokoswasser findet man im Mekong-Delta
Das perfekte Kokoswasser findet man im Mekong-Delta

Wie ich zum Kokoswasser kam?

Seit gut einem Jahr bin ich verrückt nach Kokoswasser. Weil es nur ein gutes Produkt gibt, das ich gerne trinke und ich es nur bei einem speziellen Händler erhalte, bunkere ich es Kistenweise in meinem Keller.

Generell bin ich sowieso etwas verrückt was Essen und Trinken angeht. DryAged Beef von grasgefütterten Weiderindern, Kaffee von zertifizierten Plantagen aus Äthiopien oder Malabar. Käse kaufe ich schon lange nur noch von einem Familienbetrieb, die mir den Namen der Ziege sagen können, von der mein Lieblingsziegenkäse stammt. Fleisch kommt nur noch direkt vom Bauern oder dem Metzger der sich wirklich für die Herkunft der Tiere interessiert. Natürlich gehe ich für gewisse Lebensmittel in den Supermarkt und kaufe auch das eine oder andere aus dem Kühlregal. Generell finde ich aber, dass sich die Leute zu wenig Gedanken darüber machen was sie Essen, vom wem sie es kaufen und vor allem welche Qualität Ihre Speisen haben oder gar haben sollten.

Ich trinke Kokoswasser weil es vom Geschmack her so einzigartig ist, ein Geschmack den man mit nichts vergleichen kann. Dazu kommen noch die vielen gesundheitlichen Vorzüge als Bonus oben drauf. Vielleicht weil es mich nachmittags um drei aus meinem öden Arbeitsalltag entfliehen lies. Ich trinke es einfach so gerne, dass ich gar nicht genau beschreiben kann wieso.

Wie die Geschäftsidee geboren wurde

Im Juli 2016 wird mir klar: Ich muss mein eigenes Kokoswasser auf den Markt bringen. Schon immer hatte ich eine Leidenschaft für hochwertige Lebensmittel und Getränke. Und schon immer wollte ich ein eigenes Unternehmen gründen. Das ist meine Chance, ich bringe das beste Kokoswasser auf den deutschen Markt!

 

Wie Palmensaft zu mir kam

Sechs Monate später, am 3.12.2016, sitze ich am anderen Ende der Welt, im ziemlich gut ausgestatteten Besprechungszimmer eines Abfüllbetriebs. Mir gegenüber sitzt die Salesmanagerin Candy und fragt mich „So, what are your products? What do you sell at this time?“ Sie lächelt. Ich antworte spontan aber ehrlich: “Nothing, I am an Engineer. I am planning my own business as a Coconutwater importer“ Anna stößt mir unter dem Tisch leicht gegen das Bein, Candy versucht ihr Lächeln zu bewahren. Um ehrlich zu sein, haben wir in dem vorangegangenen Emailverkehr nicht erwähnt, dass wir noch gar keine Firma gegründet haben.

Für die Verköstigung holt Candy die Proben aus dem Kühlschrank. Sie schenkt das erste ein. Brix 5.0, bedeutet 4,8 Gramm natürlicher Fruchtzucker und reicht uns die Pappbecher. Bereit alle Mimiken zu verbergen, falls es nach Seife schmeckt, halte ich es unter meine Nase und denke mir nur „Krass, was ist denn das??“ Es riecht richtig geil! Ich behalte die Probe lange im Mund um den Geschmack voll auszukosten. Es schmeckt wie eine frisch aufgehackte Kokosnuss. Süß und doch erfrischend. Kokosnussig aber nicht künstlich. Genau so muss es sein. Das ist mein Produkt!

 

Teil eins unserer Story „Wie ich auf die Palme gekommen bin“

 

Text: Daniel, Korrektur: Anna